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Zukunftsperspektiven für die Hafenlogistik in Kleinhüningen schaffen Raum für ein neues Hafenquartier am Rhein

05.07.2010

Für die Hafenlogistik beim Dreiländereck sollen in nächster Zukunft neue Standorte für einen effizienteren Umschlag mit Bahn und Strasse realisiert werden. Diese spannende Ausgangslage schafft Raum für die Entwicklung eines neuen gemischt genutzten „Hafenquartiers“ an bester Lage am Rheinufer. Erste Ideen dazu liegen vor. Die Entwicklung wird im nächsten Schritt mit den Betroffenen abgestimmt: insbesondere mit SBB/DB, dem Bund, den Hafenbetrieben, den betroffenen Quartieren sowie den Nachbarstädten Huningue und Weil am Rhein.

Die Baurechte für die Hafenlogistik auf der Westquai-Insel am Dreiländereck laufen Ende 2029 aus. Für die betroffenen Hafenbetriebe und die Schweizerischen Rheinhäfen ist es daher zentral, rechtzeitig die Perspektiven und Entwicklungsoptionen zu erarbeiten. Gleichzeitig soll die über 80-jährige Hafeninfrastruktur den neuen Anforderungen angepasst und effizienter werden. Der Containerumschlag wächst stetig, sodass für die Rheinhäfen als grösste Containerdrehscheibe der Schweiz Kapazitätserweiterungen notwendig werden. Die Realisierung der Ersatzstandorte ist Voraussetzung für die städtebauliche Arealentwicklung.

Im kantonalen Richtplan hat der Regierungsrat das Areal des ehemaligen badischen Rangierbahnhofs bereits als idealen Standort für die Entwicklung einer Umschlagsdrehscheibe im kombinierten Verkehr bestimmt, welche alle drei Verkehrsträger Wasser, Schiene und Strasse optimal verknüpfen soll. Auf der heute zum grossen Teil brachliegenden Fläche sollen ein drittes Hafenbecken, ein Containerterminal sowie die Übergabestelle der Hafenbahn neu entstehen, vor allem auch mit regionaler Verteilfunktion für die ganze Nordwestschweiz. Die neuen Flächen sowie weitere Standorten in der trinationalen Region sollen als Ersatzstandorte für die bestehenden Betriebe am Westquai dienen. Das Hafenkerngebiet am Hafenbecken II und am Ostquai bleibt bestehen und soll noch intensiver genutzt werden. Der Hafenstandort Kleinhüningen und die national und international bedeutende Logistikregion Basel werden damit langfristig gesichert und entwickelt.

Mit dem Umzug der heutigen Infrastruktur werden am Westquai beste Lagen inklusive dem Dreiländereck für eine städtebauliche Arealentwicklung frei. Am Klybeckquai baut die Migrol als letzte Hafennutzung ihr Tanklager bis 2012 zurück. Damit wird auch dort Platz für neue Nutzungen geschaffen. Zusammen bieten die beiden Uferlagen gemäss einer durch den Kanton und die Schweizerischen Rheinhäfen SRH gemeinsam durchgeführten Testplanung grosse Chancen für eine Transformation zu einem neuen „Hafenquartier“. Drei international besetzte Planerteams haben unterschiedliche Lösungsansätze für eine Inwertsetzung des Areals aufgezeigt. Auf dieser Basis verfolgt die Regierung die Strategie einer eigenständigen Entwicklung mit einer hohen Verdichtung, bei der ein Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen, Bildung, Kultur und Freizeit angestrebt wird. Die Wiederherstellung der früher bestehenden Rheininsel könnte als Identitätsmerkmal für das neue Hafenquartier dienen. Ob dies möglich ist, wird allerdings noch Gegenstand von weiteren Prüfungen sein. Abhängig ist dies unter anderem davon, wie schnell der Rangierbahnhof der Hafenbahn auf das Areal des ehemaligen badischen Rangierbahnhofs verlagert werden kann. Je nach Entwicklungsdynamik wird die Koexistenz der neuen Nutzungen mit den am Ostquai weiterbestehenden Hafennutzungen hohe Anforderungen an die Stadtentwicklung stellen.

Der baselstädtische Regierungsrat und der Verwaltungsrat der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) möchten nun die neuen Ideen in einem Stadtteilrichtplan bündeln. Im Fokus steht dabei die Koordination mit den Betroffenen: Um die Areale auf dem Rangierbahnhofareal zu sichern und die Verlagerungspotenziale nutzen zu können, werden weiterführende Gespräche mit den Bahngesellschaften (SBB und DB), dem Bund sowie den Hafenfirmen geführt und Machbarkeitsstudien erstellt. Die Interessen der Quartiere sowie andere Arealentwicklungen sind in die Planung einzubinden. Und in Wechselwirkung mit den Entwicklungsperspektiven der Industrieareale am gegenüberliegenden Rheinufer und denjenigen von Friedlingen werden gemeinsame vertiefende städtebauliche Untersuchungen mit den beiden Nachbarstädten Huningue und Weil am Rhein in die Wege geleitet.

Als erster sichtbarer Schritt soll ab kommendem Jahr die Uferstrasse am Klybeckquai für den Langsamverkehr geöffnet werden. Ein entsprechender Vorschlag dazu liegt vor. Die Umgestaltung wird durch den bestehenden Rahmenkredit des Kantons und die Schweizerischen Rheinhäfen finanziert.

Medienmitteilung