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Benachteiligung der Schifffahrt rasch aufheben

09.09.2010

In einer heute veröffentlichten Medienmitteilung zu einer gemeinsamen Studie des Bundesamts für Verkehr BAV und der Schweizerischen Rheinhäfen wird die Bedeutung der Rheinschifffahrt für die Schweiz unterstrichen. Gleichzeitig wird aber auch die Benachteiligung der Schifffahrt vis-à-vis der Bahn festgestellt. Die Annahme der Motion Janiak zur „Mitfinanzierung der Rheinhafeninfrastruktur durch den Bund“ kann hier Abhilfe schaffen.

Was die Schweizerischen Rheinhäfen und die SVS schon lange ins Feld führten, wird nun von offizieller Stelle bestätigt: Die Rheinschifffahrt wird gegenüber der Bahn benachteiligt. Im Rahmen des Güterverkehrsverlagerungsgesetzes erhalten Bahnoperateure Betriebsabgeltungen im maritimen Verkehr ab den Seehäfen – auch im nicht alpenquerenden Verkehr. Die Schifffahrt war bislang bei maritimen Sendungen auf den gleichen Relationen nicht abgeltungsberechtigt. Dieses Ungleichgewicht soll nun korrigiert werden: Das BAV senkt die Abgeltungstarife pro Sendung im nicht alpenquerenden Kombinierten Verkehr per 1.1.2011 in einem ersten Schritt von CHF 24 auf CHF 19 und prüft weitere Massnahmen.

Die vollständige Gleichstellung von Schiff und Schiene ist damit aber noch nicht erreicht. „Die Infrastruktur der Schweizerischen Rheinhäfen wurde vom Schifffahrtsbericht des Bundes als von nationaler Bedeutung eingestuft, da sie einen erwiesenen Beitrag zu Landesversorgung und Verlagerung leistet. Trotzdem finanziert die Rheinschifffahrt diese noch immer vollumfänglich selber“, erklärt Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen. „Die Annahme der Motion Janiak durch den Nationalrat würde gleich lange Spiesse schaffen, indem eine Gesetzesgrundlage geschaffen wird, um die Hafeninfrastruktur mit jährlich drei bis vier Millionen Franken zu unterstützen.“ Das Geschäft wird voraussichtlich noch dieses Jahr, eventuell sogar bereits Ende der Herbstsession traktandiert.

Weitere Erkenntnisse der Studie in Kürze:
• Im Rheineinzugsgebiet erreicht die Schifffahrt im Import- und Exportverkehr einen Marktanteil von 42 Prozent, wobei ein Steigerungspotential von etwa 20 Prozent festgestellt wird.
• Es besteht Unklarheit darüber, welche Anteile der LkW-Verkehr im Rheineinzugsgebiet hat, da hinreichend verlässliche Zahlen zum Verkehrsaufkommen noch fehlen. Eine Anschlussstudie soll darüber Aufschluss geben.
• Die Binnenschifffahrt ist als Zulauf zum alpenquerenden Verkehr nicht bedeutend. Der Grund liegt darin, dass diejenigen Gütergruppen, die für die Binnenschifffahrt wichtig sind, im Alpentransit mit Ausnahme der Stahl-/Metallprodukte eine untergeordnete Rolle spielen.

Medienmitteilung

Communiqué des BAV zusammen mit den  Schweizerischen Rheinhäfen

Rheinschifffahrt und Verlagerungspolitik