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Umschlag Schweizerische Rheinhäfen 1. - 3. Quartal 2010

03.11.2010

Rückstand im dritten Quartal halbiert

Nachdem der Gesamt-Umschlag in den Schweizerischen Rheinhäfen im ersten Halbjahr 2010 gegenüber der Vergleichsperiode 2009 noch um gut 10% im Minus gelegen hatte, hat sich der Rückstand nach drei Quartalen auf ein Minus von 5,9% nahezu halbiert. Dass trotzdem ein negatives Ergebnis resultierte, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass bei der Sparte «Mineralöl» weiterhin keine Erholung festzustellen war; stark im Aufschwung ist der Containerverkehr und positiv entwickelten sich die Sparten «chemische Erzeugnisse» und «Eisen/Stahl».

Der September 2010 präsentiert sich mit einem Monatsergebnis von 507'043 t zwar deutlich besser als der Vergleichsmonat 2009 (448’724 t); dies reichte aber lediglich, um den Gesamtrückstand auf das Vorjahr knapp zu halbieren. Der Umschlag in den Häfen summiert sich nach drei Quartalen auf 4,74 Mio. t (Jan.-Sept. 2009: 5,04 Mio. t.) Das Total nach neun Monaten entspricht einem Minus von 5,9% gegenüber dem Gesamtumschlag nach drei Quartalen 2009. 4,05 Mio. t (-7,3%) wurden in den Schweizerischen Rheinhäfen gelöscht, 694'000 t (+2,8%) auf Schiffe geladen.

Dass es nicht für ein besseres Ergebnis gereicht hat, ist darauf zurückzuführen, dass sich die Gütersparte «Erdöl, Mineralerzeugnisse», die mit über 2 Mio. t Umschlag den Löwenanteil ausmacht, weiter unter den Erwartungen liegt. Ein starkes Ergebnis in der Gütersparte «Chemische Erzeugnisse» und der boomende Containerumschlag, der in den ersten drei Quartalen 2010 gegenüber der Vorjahresperiode um fast einen Viertel zunahm, konnten das Minus nicht kompensieren.

Entsprechend zeigen sich auch die Resultate, wenn man die einzelnen Häfen anschaut. In Birsfelden (1,1 Mio. t) und im Auhafen Muttenz (1,56 Mio. t), in denen der Akzent auf Mineralölumschlag liegt, resultierten Einbussen um 12,3% respektive 7,3%. Der Hafen Kleinhüningen mit den Schwerpunkten Container und feste Massengüter verbuchte bei einem Gesamtumschlag von 2,06 Mio. t ein Plus von 10,2%.

Containerverkehr
Der sich schon nach sechs Monaten abzeichnende Trend hat sich nach drei Quartalen noch akzentuiert: 74'771 TEU bedeuten eine Steigerung im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 23,1%. Die Container-Terminals der Seehäfen melden steigende Verkehre; diese Entwicklung schlägt voll auf den Binnenverkehr, auch auf dem Rhein, durch. Dazu kam ein ansteigender Export im Inland und Wasserstände des Rheins, die für den Verkehr günstig waren.

8'943 TEU wurden im September 2010 über die Schweizerischen Rheinhäfen abgewickelt. Gegenüber dem Vorjahr im September 2009 (6'263 TEU) ergibt dies ein Plus von 42,8%.

Im Export (abgehende volle Behälter) resultierte mit 27'006 TEU gegenüber der Vorjahresperiode ein Plus von 17,6%. Nimmt man die Zahl der leeren abgehenden Container (13'590 TEU) dazu, so kommt man auf eine Steigerung um 18,8%. Im Ankunftsverkehr waren es in den ersten drei Quartalen 2010 insgesamt 19'501 (2009: 17'939) TEU volle und 14'674 (2009: 8'626) TEU leere Behälter, war insgesamt einer Steigerung um 28,7% gleichkommt.

Es darf angesichts der immer noch zunehmenden Verkehre in den Seehäfen erwartet werden, dass die Entwicklung auch für das gesamte 2010 eine positive sein wird. Falls die positive Entwicklung auch im 2011 anhält, so könnte das Rekordjahr 2007 bereits im nächsten Jahr egalisiert werden.

Flüssige Treib- und Brennstoffe
Auch im dritten Quartal fallen die Umschlagszahlen bei den flüssigen Treib- und Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr negativ aus. Rund 500'000 t oder 21% weniger als im Vorjahr wurden über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert. Der Grund für diese Entwicklung ist derselbe wie in den Vormonaten: extreme Zurückhaltung bei den Endverbrauchern von Heizöl. Laut den statistischen Erhebungen nehmen die Bevorratungen bei den Konsumenten laufend ab und haben Ende September einen «historischen Tiefstand» von gerade noch 25% erreicht. Die Preisfluktuationen an den internationalen Terminmärkten sind eine wichtige Ursache für diese Situation. Aber auch die starke Verbilligung des US-Dollars spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Frachtenlage in der Tankschifffahrt bewegt sich weiter auf einem sehr tiefen Niveau. Die Marke von CHF 10.- pro t wurde nur an wenigen Tagen überschritten.

Die Aussichten, in den letzten Monaten doch noch bessere Resultate erzielen zu können, stehen immerhin nicht so schlecht. Entscheidend wird sein, ob ein früher Winter mit tiefen Temperaturen eine Nachfragesteigerung auslösen kann.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse / Nahrungs- und Futtermittel
Nach guten Resultaten im 1. und 2. Quartal 2010, in welchen bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen ein deutlicher Aufwärtstrend hatte verzeichnet werden können – dies mit einem Mengenzuwachs von fast 35'000 t resp. 31% zum Vorjahr –, sind die Mengen im 3. Quartal zurückgegangen. Im Vergleich zum 2. Quartal wurden von Juli bis September fast 60'000 t weniger umgeschlagen, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal lag die Einbusse in etwa gleich hoch, nämlich bei 58'000 t, was einem Rückgang von 68% entspricht. Somit wurden in den Schweizerischen Rheinhäfen von Januar bis September insgesamt 12% resp. 23'500 t weniger landwirtschaftliche Erzeugnisse umgeschlagen als noch im Vorjahr. Im Gegensatz zu den Mengen bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen blieben diejenigen bei Nahrungs- und Futtermitteln stabil. Mit etwa 127'000 t lagen die Mengen im Durchschnitt der ersten beiden Quartale und auf Vorjahresniveau. Januar bis September wurden in den Schweizerischen Rheinhäfen 380'600 t umgeschlagen, was ebenfalls dem Vorjahresniveau entspricht.

Feste mineralische Brennstoffe
Es findet nach wie vor ein Lagerabbau statt und die Einfuhr von festen Brennstoffen liegt mit 87’616 t noch immer um 23,2% unter der gleichen Periode des Vorjahres. Auch bis Ende 2010 werden die Importe auf bescheidenem Niveau bleiben. Für 2011 ist wieder mit steigenden Einfuhren zu rechnen sofern die Zementindustrie als grösster Verbraucher weiterhin voll produzieren kann.

Eisen und Stahl
Nach einem Plus bei dem über die Schweizerischen Rheinhäfen laufenden Importen sowie der Transitverkehre nach Italien von 84% im ersten Halbjahr liegt die Zunahme per Ende September immerhin noch bei 69,5%. Die Gesamtmenge von 490’678 t entspricht jedoch noch nicht den Spitzenresultaten der Jahre 2007 und 2008. Mit anziehender Binnenkonjunktur liegt aber weiteres Steigerungspotenzial drin.

Zellstoff und Chemische Produkte
Der Import von Zellstoff und chemischen Produkten verzeichnet nach einem Plus von 11% im ersten Halbjahr einen weiteren Zuwachs im von 7,8% und deutet auf eine weitere Erholung der Papierproduktion hin. Die Gesamtmenge von 406’263 t im Import entspricht den Jahren vor der Krise.

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