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Neue Aktivitäten in den Häfen Birsfelden und Muttenz im Dienst der Verkehrsverlagerung

28.04.2011

Mit zusätzlichen Verkehren in den Häfen Birsfelden und Muttenz ist zum einen eine erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung zu beobachten. Zum anderen dienen diese neuen Aktivitäten der verkehrspolitisch angestrebten Verlagerung von Gütertransporten weg von der Strasse, hin zum ökologisch und ökonomisch effizienten Binnenschiff. So werden Grossaggregate seit kurzem in Birsfelden zusammengebaut und in die Seehäfen verschifft. Ein Recycling-Terminal in Birsfelden soll eine grosse Anzahl Strassentransporte ersetzen und der Auhafen Muttenz entwickelt sich immer mehr zum Getreide- und Futtermittel-Zentrum.

Um diese Entwicklungen zu unterstützen, wollen die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) die land- und wasserseitige Anbindung optimieren. Dies umfasst die Prüfung, ob künftig auch Binnenschiffe von 135 Metern Länge für den Verkehr von und nach Birsfelden und Muttenz zugelassen werden können. Aufgrund der anspruchsvollen Talfahrt durch das Rheinknie sind heute nur 110m-Schiffe und in Ausnahmefällen 125m-Schiffe zugelassen. Mittels Simulationen wird derzeit abgeklärt, ob trotz der schwierigen Navigation im Gebiet Mittlere Rheinbrücke auch 135m-Schiffe zugelassen werden können. „Die Studie ist absolut ergebnisoffen", betonte SRH-Direktor HansPeter Hadorn. „Allerdings hat die Sicherheit erste Priorität, denn schliesslich fahren die Schiffe direkt durch die Stadt.“

Landseitig besteht laut Hadorn heute die Situation, dass die basellandschaftlichen Häfen eine Bahnanbindung aktuell nur über Rangierbahnhof Muttenz hätten. Es wird deshalb ein Projekt erarbeitet, den Auhafen bahnseitig direkt an den Standort Industriepark Baselland/Schweizerhalle anzubinden. Eine entsprechende Kosten/Nutzen-Analyse wird in nächster Zeit abgeschlossen.

Im Hinblick auf die 2010 aktualisierten Lärmkataster betonen Hadorn wie auch Beat Heydrich, Chef der Ultra-Brag, welche in Birsfelden unter anderem einen SchrottTerminal betreibt, dass im Hafen Birsfelden alle in der Schweiz geltenden Grenzwerte eingehalten würden. Dies habe auch der 2009 fertig gestellte und 2010 ohne Änderungen aktualisierte Lärmkataster bewiesen. Ultra-Brag hat nun ein Gesuch bezüglich Ausdehnung der Betriebsbewilligung gestellt. Dies betrifft aber nicht den Schrottumschlag, sondern deutlich weniger lärmintensive Tätigkeiten im Trockengüterbereich.

Die spektakulärste neue Aktivität konnte Rolf Vogt, CEO des in Birsfelden beheimateten Logistik-Unternehmens Birs Terminal verkünden, nämlich den Neubau einer modernen, 3000m2 grossen Montagehalle für den Industriekonzern ABB. Rolf Vogt: "Neben den Vorteilen einer qualitativ hochstehenden Fertigung und Planungssicherheit spielten vor allem logistische Fragen eine zentrale Rolle. Da schwere und grosse Einzelteile nur schwer über das öffentliche Strassennetz zu transportieren sind, war die unmittelbare Nähe an eine schiffbare Wasserstrasse eine absolute Bedingung für Produktionsstandorte in einem Binnenland.“ Birsfelden erfüllt diese Vorgaben in optimaler Weise, liegen doch zwischen der neuen Produktionshalle und der Schwergutumschlagsanlage der Birs Terminal nur ca. 120m hafeninterne Transportdistanz. Von hier aus werden Güter in die Seehäfen und weiter in die ganze Welt verschifft.

Hohe Investitionen in die Häfen Birsfelden und Muttenz hat auch das Unternehmen Ultra-Brag AG getätigt; dies hauptsächlich als Ersatz für die im Hafen St. Johann weggefallenen Anlagen. So konnte für nicht silofähige Nahrungs-, Futter- und Düngemittel von der Novartis ein 42'000 m2 grosses Areal im Auhafen Muttenz erworben werden. Zusätzlich zu den bisher im St. Johann umgeschlagenen Mengen betreibt Ultra-Brag in enger Zusammenarbeit mit der Stahl Gerlafingen AG in Birsfelden eine Anlage für Umschlag und Transport von Schrott. Diese Kooperation führte innert eines Jahres zu einer massiven Verringerung der LKW-Transporte ab der Schweizer Grenze nach Gerlafingen und einer Reduktion des CO2-Ausstosses um fast 2'000 Tonnen pro Jahr. 

Medienmitteilung