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Umschlag Rheinhäfen Januar-September 2011

07.11.2011

Rückstand gegenüber Vorjahr verringert

Nachdem der Gesamtumschlag in den Schweizerischen Rheinhäfen im ersten Halbjahr 2010 gegenüber der Vergleichsperiode 2010 noch um gut 10% im Minus gelegen hatte, hat sich der Rückstand nach drei Quartalen auf ein Minus von 7,5% reduziert. Etwas erholt hat sich mit dem Bereich „Mineralölerzeugnisse“ die anteilmässig stärkste Gütergruppe. Der Containerverkehr verzeichnet bei einem Minus von nur 4% angesichts der Umstände (u.a. Unterbruch Loreley) ein achtbares Resultat.

Der Umschlag in den Häfen summiert sich nach drei Quartalen auf 4,39 Mio. t, was gegenüber den 4,74 Mio. t aus der entsprechenden Vorjahreszeit einem Minus von 7,5% entspricht. 3,675 Mio. t (-9,5%) wurden an den drei Hafenstandorten im Import gelöscht, 726'000 t (+4,5%) im Export auf Schiffe geladen.

Unterschiedlich präsentieren sich auch die Resultate der einzelnen Häfen: In Birsfelden (1,2 Mio. t) wurde ein Plus von 6,3% registriert, während in Kleinhüningen (1,9 Mio. t) und im Auhafen Muttenz (1,3 Mio. t), Einbussen von 7,8% respektive 17,0% resultierten.

Nimmt man nur das dritte Quartal, so wäre es zwar verfehlt, von einer Trendumkehr zu sprechen; immerhin nähern sich die Umschlagszahlen wieder denjenigen aus dem Vorjahr an. Mit 1,64 Mio. t wurde in den Schweizerischen Rheinhäfen zwischen 1. Juli und 30. September 2011 fast gleich viel Tonnage (-1,3%) umgeschlagen wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Importe erreichten mit 1,4 Mio. t ziemlich genau das Vorjahresniveau, die Abfuhren blieben bei 247'000 t um 5% darunter.

Weiterhin belastend auf das Gesamtergebnis wirken sich die Umstände im ersten Quartal mit der unfallbedingten Rheinsperrung im Januar und nachfolgenden Niederwasser-Perioden aus. In der Branche wird davon ausgegangen, dass das letzte Quartal zwar nochmals eine Verbesserung bringen wird, der Rückstand auf 2010 aber bis Jahresende nicht ganz wettgemacht werden kann.

Containerverkehr
Etwas weniger stark als nach sechs Monaten (-5%) ist auch im Containerverkehr das Minus gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit nach drei Quartalen: 71'865 TEU bedeuten eine Verminderung um 3,9%. Der Verkehr mit vollen Containern nahm bei einem Total von 42’829 TEU um 7,9% ab, derjenige mit leeren Behältern stieg dagegen um 2,7% auf 29’036 TEU an.

Betrachtet man nur das dritte Quartal, so zeigt sich tatsächlich eine leichte Aufwärtstendenz: Immer im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat bedeuten 8’725 TEU im Juli noch ein Minus von 6,1%, im August war man mit 9'172 TEU auf Vorjahresniveau und im September resultierte bei 9’085 TEU eine leichte Steigerung um 0,9%.

Bei den vollen Containern war die Entwicklung sehr uneinheitlich. Während der Import 20’848 TEU rund 7% Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode verzeichnet ist das Volumen im Export bei 21’981 TEU um rund 18 % zurück gegangen. Dies ist einerseits auf Volumenverlagerungen zurück zu führen. So verschifft eine Brauerei ihre mit alkoholfreiem Bier gefüllten Container seit Juni 2011 statt ab Basel ab Strassburg. Andererseits ist generell ein rückläufiger Export festzustellen, was nicht zuletzt auf den starken Franken zurückzuführen sein dürfte. Die Steigerung im Importverkehr über die gesamten neun Monate ist in Berücksichtigung der genannten Umstände in der ersten Jahreshälfte sehr erfreulich.

Flüssige Treib- und Brennstoffe
Auch im dritten Quartal fallen die Umschlagszahlen bei den flüssigen Treib- und Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr negativ aus. 1,78 Mio. t wurden in dieser Sparte in Birsfelden und Muttenz gelöscht, was einer Verminderung gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um 13% gleichkommt. Anzumerken bleibt, dass schon 2010 kein Spitzenjahr gewesen war und damals nach drei Quartalen bereits eine Einbusse von rund 500'000 t hatte registriert werden müssen.

Gemäss Carbura-Statistik beträgt der gesamtschweizerische Absatzrückgang für die Produkte Heizöl, Diesel und Benzin für die Monate Januar - September kumuliert 225'000 t. Im Vergleich dazu ist der Import über die Schweizerischen Rheinhäfen für die gleiche Produktgruppe um 330'000 t zurückgegangen. Und dies obwohl in den Monaten Mai bis September erhebliche Zusatzmengen aufgrund einer Teil- Schliessung der Tamoil-Raffinerie über den Rhein importiert wurden. Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in den bereits erwähnten schwierigen Wasserverhältnissen bzw. Rheinsperrungen im ersten Halbjahr, was einerseits zu hohen Frachttarifen führte und andererseits etliche Verkehre auf andere Verkehrsträger verlagert hat.

Immerhin ist auch in diesem Bereich eine gewisse Aufwärtstendenz erkennbar. Im Juli hatte die Verkehrsentwicklung noch -18% betragen, nun liegt der Rückstand zur Vorjahresperiode bei 13%. Es ist also ein gewisser Erholungseffekt zu erkennen. Trotzdem wird dieser Bereich das Jahr 2011 wohl mit einem deutlichen
Volumenrückgang abschliessen müssen.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse / Nahrungs- und Futtermittel
Aufgrund tiefer Zollansätze bis Ende März war die Zufuhr bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen im 1. Quartal dieses Jahres sehr hoch. Dies hat sich im 2. und 3. Quartal wieder etwas normalisiert. Insgesamt konnte die Menge um 52 % verglichen zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gesteigert werden, dies entspricht einem Mengenzuwachs von 90‘000 t.

Bei den Nahrungs- und Futtermitteln blieb die Situation im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. Der Anstieg bei den Importen wurde durch eine Abnahme bei den Exporten ausgeglichen. Unter dem Strich ergab dies im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 0.52 % was einer Menge von 2‘000 t entspricht.

Insgesamt ist die Entwicklung in den ersten drei Quartalen zufriedenstellend. Es konnte eine Mengensteigerung von 92‘000 t verzeichnet werden, was im Vorjahresvergleich einer Zunahme von 16,8% entspricht. Erwartet wird ein mengenmässig starker Oktober sowie ein ebensolcher November, was vermutlich erneut zu Lagerengpässen in den Schweizerischen Rheinhäfen führen wird. Insgesamt ist mit einem guten 4. Quartal zu rechnen.

Feste mineralische Brennstoffe
Die Einfuhr von festen Brennstoffen blieb auch im 3. Quartal unter den Erwartungen und liegt per Ende September immer noch 27.3% unter der Vorjahresperiode. Die bisher importierte Gesamtmenge von 63‘730 t liegt somit um einen Drittel unter der Vorjahresmenge von 99‘000 t. Der Abbau der Lager fällt weiterhin stärker ins Gewicht als die Zufuhr. Die Gründe liegen in der Substitution der Kohle durch andere Energieträger sowie einer tendenziell rückläufigen Bauindustrie (Zementproduktion).

Eisen und Stahl
Der Rückgang der Stahlimporte in die Schweiz und der Transitverkehr von Stahlprodukten über die Schweizerischen Rheinhäfen nach Italien hat sich im 3. Quartal fortgesetzt. Der Bereich „Eisen und Stahl“ liegt mit 356‘270 t um 27.4% unter dem Vorjahr. Bei den weniger bedeutenden Exporten der schweizerischen Stahlwerke hat sich der Rückgang gegenüber den ersten zwei Monaten etwas vermindert. Das Resultat liegt aber immer noch 27.9% unter dem Vorjahr. Die Exportschwierigkeiten der schweizerischen Stahlwerke infolge des hohen Schweizerfrankens bleiben spürbar.

Zellstoff und Chemische Produkte
Der Rückgang der Einfuhr von Zellstoff und chemischen Produkten um 21,7% ist hauptsächlich auf die Schliessung der Papierfabrik in Biberist zurückzuführen. Auch die übrigen Papierfabriken verringern wegen des starken Schweizerfrankens ihre Importe.

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