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Zukunft der Rheinhäfen: Zuerst dringende Projekte verwirklichen

04.04.2012

Die von Rhenus-Chef Peter Widmer und früher auch anderen ins Spiel gebrachte Idee, einen Rheinhafen für die Schweiz im nahen Elsass zu bauen, finden SRH und SVS nach wie vor eine interessante Vision. Nicht darüber vergessen werden darf aber, dass der Güterverkehr auf der Rheinschiene kurz- bis mittelfristig enorm zunimmt und deshalb die bereits aufgegleisten Projekte "Basel Nord" und "RheinPorts" erste Priorität haben müssen. Nicht zu vernachlässigen wären beim Projekt eines ausländischen Rheinhafens auch die Schwierigkeiten, welche sich für das Nicht-EU-Land Schweiz hinsichtlich der Zollproblematik, aber auch in Bezug auf arbeits- und steuerrechtliche Fragen ergeben würden.

Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) und die Schweizerische Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) begrüssen alle Ideen, welche der Binnenschifffahrt als für die Landesversorgung wichtigem Verkehrsträger nützen. Deshalb stehen diese beiden Organisationen auch der Idee eines Hafens für die schweizerischen Verkehre auf dem Gebiet der Nachbarländer offen gegenüber.

Weiter stimmen SRH und SVS mit Peter Widmer in seiner Analyse überein, dass die Verkehre vor allem mit den sogenannten ARA-Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam in naher Zukunft massiv zunehmen werden. Dies betrifft nicht nur, aber vor allem, den Containerverkehr, wo man innert der nächsten 20 bis 30 Jahre von einer Verdoppelung bis Verdreifachung ausgeht. Richtig ist weiter die Aussage des RhenusChefs, dass die aktuellen Infrastrukturen in Basel diesen Mehrverkehr nicht bewältigen können. Auch ist den Akteuren bewusst, dass aufgrund der geplanten Stadtentwicklung wichtige Teile des Hafens - Klybeck-Quai und Westquai - gerade in dieser Zeit für die logistische Nutzung wegfallen werden.

Die Idee eines Hafens knapp jenseits der Schweizer Landesgrenzen ist damit eine äusserst interessante Vision, die unbedingt weiterverfolgt werden sollte. Im Moment aber wichtiger und absolut unverzichtbar sind die aktuellen und bereits in konkreter Planung respektive Abwicklung befindlichen Projekte, um in fünfzehn bis zwanzig Jahren auf die Flut der Container im Verkehr mit den niederländischen und belgischen Seehäfen gewappnet zu sein.

Bereits in Planung ist der gemeinsam von SRH und SBB Cargo vorgesehene trimodale Terminal Basel Nord mit einem dritten Hafenbecken in Kleinhüningen. Dieses ist unverzichtbar, um die massiven Zusatzverkehre mittelfristig aufnehmen zu können. Da bereits eine Machbarkeitsstudie vorliegt, kann dieses Vorhaben auch unverzüglich vorabgetrieben werden, während die Vision eines Elsässer Hafens erst noch konkretisiert werden muss.

Ebenfalls als bereits recht weit entwickeltes Projekt ist RheinPorts voranzutreiben, eine vertiefte Zusammenarbeit der SRH mit den Häfen Mulhouse-Rhin und Weil am Rhein. Auch dies hilft kurz- bis mittelfristig, sich den neuen Herausforderungen stellen zu können.

SRH und SVS vertreten deshalb die feste Überzeugung, das eine - Basel Nord und RheinPorts - zu tun und gleichzeitig neue Visionen nicht zu vernachlässigen. Dabei wird es aber beträchtliche Probleme zu bewältigen geben. So gibt der Verkehr etwa zwischen dem Hafen Weil und den Schweizerischen Rheinhäfen schon heute immer wieder nur schwer lösbare zollrechtliche Probleme zwischen der Schweiz und seinen beiden EU-Nachbarn auf. Zudem fehlen auf der französischen Seite die notwendigen Bahninfrastrukturen.

Und die jüngst erst nach vielen Mühen und nur teilweise gelösten Probleme auf dem EuroAirport zeigen auf, dass die unterschiedlichen Regelungen im Arbeits- und Steuerrecht in der Schweiz und in der EU den Betrieb eines exterritorialen Hafens nicht einfach gestalten würden.

Medienmitteilung