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Oberrhein-Häfen erhalten Unterstützung durch die EU

23.10.2012

Angesichts der steigenden Herausforderungen an ihre Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren haben sich die Häfen von Strasbourg, Kehl, Colmar, Mannheim, Ludwigshafen, Karlsruhe und RheinPorts Basel-Mulhouse- Weil entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und zusammenzuarbeiten, um gemeinsam ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Die EU-Kommission hat die Initiative der neun Häfen am Oberrhein für das TEN-T-Programm (Trans-Europäisches Transport-Netzwerk) positiv aufgenommen. Eine derartige Kooperation zwischen Binnenhäfen aus drei Ländern ist eine Premiere in Europa.

Das Projekt, das vom Strasbourger Hafen koordiniert wird, hat offiziell im September 2012 begonnen und wird am 31. Dezember 2014 abgeschlossen sein. Ziel ist es, in einem ersten Schritt sehr genau die Stärken und Schwächen der beteiligten Häfen herauszuarbeiten, um anschließend in gemeinsamer Abstimmung die Möglichkeiten für Kooperationen und die dafür notwendigen Investitionen zu bestimmen. Die Synergien zwischen den verschiedenen Häfen sollen es ermöglichen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen: eine noch leistungsfähigere Infrastruktur für den multimodalen Güterverkehr entlang des Oberrheins. Die Verbesserung der Schienenverbindungen wird ein wichtiger Teil des Projektes sein, daneben werden auch andere Themen behandelt, wie die strategisch wichtige Frage der verfügbaren Grundstücke, des Containerverkehrs oder der Anpassung der logistischen Aktivitäten. Das Projekt wird nicht nur die deutschen, französischen und schweizerischen Häfen, sondern auch Behörden, öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsbetriebe mobilisieren. Nach Abschluss des Projekts wollen die Partner eine langfristige Organisationsform für gemeinsame Abstimmungs-und Steuerungsprozesse entwickeln.

Im Rahmen ihrer europäischen Transportpolitik hat die EU-Kommission einige Korridore für multimodalen Güterverkehr ausgewählt, die sie prioritär ausbauen will. Vor diesem Hintergrund unterstützt sie die Initiative der Häfen am Oberrhein. Mit 1/5 des Schüttgut- und 1/3 des Containerverkehrs auf dem Rhein stellt das Gebiet eine wichtige Schnittstelle des europäischen Korridors « Rotterdam-Genua » dar. Die Unterstützung der EU-Kommission muss langfristig angelegt sein, auch und gerade in der Investitionsphase. Es ist dringend notwendig und wirtschaftlich sinnvoll, die Nutzung von Wasserstraßen und Schiene zu
intensivieren, um die immer stärker verstopften Straßen zu entlasten. Die Häfen als Schnittstelle für die drei Verkehrsträger Wasser, Straße und Schiene, mit ihrer hohen Konzentration von Gütern, sowie mit engagierten Akteuren für den multimodalen Güterverkehr haben dabei eine führende Rolle zu spielen. Die gemeinsame Initiative der Häfen am Oberrhein ist aus diesem Grund beispielhaft.